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Köpe, Ilse, geb. Heemsath

31.1.1926 in Bremen – 25.12.2007 in Bremen

Ihre Eltern bewirtschafteten einen landwirtschaftlichen Betrieb in Arsten, auf dem sie mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester aufwuchs. Sie besuchte die dortige Schule und Freundschaften mit ihren Mitschülern bestanden ein Leben lang. Nach der Schulzeit machte sie eine hauswirtschaftliche Ausbildung auf einem Lehrhof in Isens/Butjadingen. Anschließend kehrte sie zu ihrer Familie nach Arsten zurück.

Während des Krieges wurde sie 1944 zum Arbeitsdienst eingezogen. Sie kam nach Österreich und war in einer Scheinwerferkompanie eingesetzt. Nach dem Kriegsende wohnte sie wieder im Elternhaus in Arsten, wo sie mit der Familie gemeinsam den Hof bewirtschaftete.

1970 lernte sie ihren Ehemann Ernst Köpe kennen. Sie kauften sich in Huchting ein Haus, in dem sie sich sehr wohl fühlten. Die Gesellschaft mit anderen Menschen war ihr wichtig und sie war gerne Gastgeberin. In besonderem Maße unterstützte sie u.a. regelmäßig den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, die Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger und den Bürgerparkverein, der ihr sehr ans Herz gewachsen war.

Im Jahre 2002 gründeten die Schwestern Adele Schütte und Ilse Köpe die „Geschwister-Heemsath-Stiftung (Stiftung für Alt-Arsten).“ Die Schwestern wollten damit die alte zerstörte Mühle in Arsten kaufen, um sie zu sanieren. Diese Mühle hatte ihr Urgroßvater, der Mühlenbauer und Zimmermann Johann Hinrich H., von 1851 bis 1853 errichtet. Es war die letzte Mühle, die vom ihm gebaut worden war und die er als Müller betreiben wollte. Der Kaufplan ließ sich jedoch aufgrund des hohen Kaufpreises und der zu hohen Sanierungskosten nicht realisieren.

Ilse K., die kinderlos geblieben war, wollte mit der Schaffung einer Stiftung etwas Bleibendes hinterlassen. Da sie ihrem Geburtsort Arsten sehr verbunden war und sich im hohen Maße für die Vergangenheit ihres Heimatdorfes, interessierte, gründete sie am 20.6.2006 die „Ilse Köpe-Heemsath-Stiftung“. Um den Familien-Namen in Arsten zu erhalten, wurde er in den Stiftungsnamen aufgenommen. Sie legte testamentarisch fest, dass nach ihrem Tod das gesamte Vermögen in die Stiftung fließen sollte. Sie starb mit 81 Jahren.

Aus Mitteln der Ilse Köpe-Heemsath-Stiftung wurde die Skulpturengruppe „Arster Marktfrauen“ finanziert. Geschaffen vom Bildhauer Claus Homfeld, wurde sie 2011 im Rahmen des Jubiläums „800 Jahre Arsten“ vor der Kirche aufgestellt.

2013 kaufte die Ilse Köpe-Heemsath-Stiftung das Anwesen In der Tränke 12, in dem 2014 „Dat lüttje Museum“ eröffnet wurde. Dort ist die Arbeit der Arster Straßenmacher ebenso dokumentiert wie die Arbeit der Frauen am Webstuhl, in der Wasch- und Nähstube und im Haushalt. Damit bleibt das Leben und Arbeiten der Arsterinnen und Arster lebendig und für die Nachwelt erhalten. Die Geschichte der Menschen dieses Stadtteils wird für Kinder und Jugendliche erfahrbar gemacht und für Ältere bleiben Erinnerungen lebendig. Außerdem sind im Haus das Archiv des Arbeitskreises Arster Geschichte(n) und der Stiftungssitz untergebracht.

Annemarie Schnieder