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Noltenius, Clara Caroline

1.10.1889 in Bremen, + 2.1.1976 in Bremen

Clara war das Älteste von sechs Kindern des Kaufmanns Bernhard Rudolf Noltenius (1856-1937) und Clara Georgine Scholtz (1863-1943), die in Lissabon geboren wurde. Sie legte viel Wert darauf, dass ihre Kinder früh Sprachkenntnisse erwarben – vor allen Dingen Französisch, das sie fließend sprach. Clara erhielt den für „höhere Töchter“ obligatorischen Schulunterricht und absolvierte anschließend ein Lehrerinnenseminar. Sie unterrichtete als Hauptschullehrerin Englisch, Religion und Deutsch in der Schule an der Helgolander Straße.

Nach ihrer Pensionierung übernahm sie von 1955-1966 die Leitung des St. Catharinenstiftes in der Parkallee. Sie schrieb die Geschichte des Stiftes auf und machte damit ein Stück bremischer Frauengeschichte lebendig und zwar einer Geschichte, die von der Gründung der beiden Beginenhäuser von St. Catharin und St. Nicolai im 13.Jahrhundert über die Säkularisierung in der Reformation bis zur Umwandlung in einen Altersruhesitz für Damen im 19.Jahrhundert führte. Der Name St. Catharinen erinnert noch heute an die Beginen von St. Catharin, einer katholischen Frauengemeinschaft, die einst Vigilien und Seelenmessen las und dafür oft reiche Stiftungen, Handfeste, Ländereien und Meierei Rechte erhielt.

Die Straße „Auf dem Beginenlande“ erinnert noch heute an den einstigen Besitz der Beginen.

Publikation:
Das St. Catharinenstift in Bremen, Bremen 1966

Literatur und Quellen:
Albers-Noltenius, Marianne: Brief vom 4.6.1991.

Hannelore Cyrus