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Pennmeyer, Rebecka

17.5.1832 in Bremen – 6.5.1916 in Bremen

Über das Leben von Rebecka Pennmeyer ist nichts bekannt bis zu jenem Tag, an dem sie den Bremer Kaffeekaufmann Ludwig Roselius (1874-1943) in ihrem Haus in der Böttcherstraße zu Gast hatte. In seinen „Reden und Schriften“ beschrieb Roselius seine Begegnung aus „Tausendundeiner Nacht“.

Sie bewohnte mit ihrer Nichte Anna Margaretha Buschmann[1] das Haus, das ihr Vater, der Kimkermeister[2] Johann Jürgen Pennmeyer[3] 1812 gekauft hatte. Er vererbte es seiner einzigen überlebenden Tochter aus zweiter Ehe Rebecka und seiner Enkelin aus erster Ehe. Da beide Frauen unverheiratet und kinderlos waren, sie sich außerdem für die Haushaltung zu alt fühlten, suchten sie eine Möglichkeit, ihr Haus vor dem Verfall oder der billigen Versteigerung zu retten. In Ludwig Roselius sahen sie einen finanzkräftigen, kunstverständigen Mann, der als Käufer in Frage kam. 1902 erwarb er das Haus für 13.500 Mark – die beiden Frauen konnten damals jedoch nicht ahnen, dass dieses Haus Böttcherstraße Nr.6 die Keimzelle für die neue Böttcherstraße werden sollte, die Roselius in den 1920er und 1930er Jahren errichten ließ. Damals wurden alle anderen Häuser abgerissen, nur Haus Nr.6 blieb stehen. Es ist das Verdienst Rebecka Pennmeyers und ihrer Nichte, dass sie den kulturellen Wert ihres aus dem 14.Jahrhundert stammenden traditionsreichen Hauses erkannten und für seine Erhaltung aktiv wurden. 1928 eröffnete Ludwig Roselius hier das nach ihm benannte Sammlermuseum.

Anmerkungen:
[1] 8.11.1849, Todesdatum nicht ermittelbar.
[2] bremisch für Böttcher
[3] 18.2.1779-15.11.1846.

Literatur und Quellen:
Holzner-Rabe, Christine, in: Boulboullé‚ Guido/Zeiss, Michael (Hrsg.): Worpswede. Kulturgeschichte eines Künstlerdorfes, Köln 1989.
Roselius, Ludwig: Reden und Schriften zur Böttcherstraße in Bremen, Bremen 1932.
Schmidt-Barrien, Heinrich: Von der Bremer Böttcherstraße, Bremen o.J.
StaB 4,45 A IV Bl.170.

Christine Holzner-Rabe