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Plump, Bertha

30.10.1852 in Bremen – 4.4.1940

Bertha entstammte der kunstfreudigen Kaufmannsfamilie Plump, die u.a. die Malerinnen Marie Plump (1803-1874), Marie Luise (Mili), verh. Gerstel (1879-1947), Agnes Sander-Plump, Ursula Sander-Lohmann (1911-1978) und Hanna Lutz-Schweis, geb. Sander (1913) hervorbrachte.

Ausgebildet wurde sie bei den Malern Gussow und Smith. Über die Ausbildung bei Gussow schreibt die Malerin Sabine Lepsius, die selber in dessen Schülerinnenatelier in Berlin lernte: „Man konnte bei ihm zwar nichts lernen als das Handwerk, aber dies lehrte keiner so wie er“[1]. Bertha P. war mit Anna Runge und weiteren zwölf Bremer Malerinnen Mitgründerin des Bremer Malerinnen Vereins, bei dem sie lange Jahre die Schriftführung übernahm.

Sie galt als Bildnis- und Stillleben-Malerin, zwei von ihren beeindruckenden großformatigen Porträts in Öl (1886 und 1895), befinden sich im Besitz des Focke-Museums Bremen: Mit geschultem Blick, malerischem und zeichnerischem Können sind Franz Wilhelm Benque und der Domorganist und Musikdirektor Karl Martin Reinthaler erfasst. Klare Hell-Dunkel-Kontraste, Gesichter, die aus dem dunklen Hintergrund auftauchen und eine leichte goldgelbe Tönung zeigen, verweisen auf ein Wissen und die Auseinandersetzung mit der Tradition der Porträtmalerei. Gemälde von ihr werden bei Auktionen angeboten. [2]

Sie scheint eine der Künstlerinnen gewesen zu sein, die lebenslang lernten. Als fast 60jährige schrieb sie sich noch in den Jahren 1908-1910 in die Aktklassen des Kunstgewerbemuseums in Bremen ein.

Anmerkungen:
[1] Lepsius, S.84.
[2] Z.B. bei Bolland-Marotz in Bremen.

Literatur und Quellen:
Krahé, Frauke: Allein ich will! 20 Malerinnen aus Bremen, Worpswede und Fischerhude, Lilienthal 1990.
Lepsius, Sabine: Ein Berliner Künstlerleben um die Jahrhundertwende: Erinnerungen, München 1972.
Thieme/Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Kunst, Leipzig 1933.

Gisela Hildebrand