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Roselius, Johanne Marie Dorothee

12.2.1869 – 10.7.1951 in Bremen

Johanne war die Tochter des Bremer Kaufmanns Ludwig Roselius (1836-1908) und der Marie Schramme (1842-1907). Ihre Jugend war gekennzeichnet von einer für die damalige Zeit beträchtlichen Mobilität. Als Zehnjährige zog sie mit ihren Eltern nach Kassel, wo sie nach entsprechender Ausbildung 1887 die Prüfung für das Lehramt an mittleren und höheren Mädchenschulen ablegte.

Mehrere Stationen als Privatlehrerin folgten; schließlich aber zog Johanne wieder zu ihren Eltern, die inzwischen nach Berlin übergesiedelt waren. Dort unterrichtete sie an zwei privaten Höheren Mädchenschulen und einer Gemeindeschule und ging an der Universität und der Kunstschule eigenen Interessen nach, die Religion, Psychologie und Zeichnen umfassten. Von der geplanten Übernahme einer Schule in Charlottenburg trat sie zurück, als sich in Bremen die Möglichkeit ergab, in die Höhere Mädchenschule von Mathilde Steil in der Lerchenstraße einzutreten, um sie später ganz zu übernehmen.

Sie begann ihren Dienst im Herbst 1907, und schon im Jahr darauf kaufte sie die Anstalt. Trotz Renovierung und Erweiterung kam die Schule aber zu keiner rechten Blüte. Die Zahl der Schülerinnen wuchs zwar in den ersten fünf Jahren unter Roselius beträchtlich von 200 auf 370, aber dass 1912 bei einer Inspektion die Anerkennung als Höhere Mädchenschule nach preußischen Richtlinien ebenso verweigert wurde wie die Verleihung des Charakters eines Lyzeums im Jahr danach, übte einen unheilvollen Einfluss auf die Klassenfrequenzen und auf den Ruf der Schule aus. Sie versuchte, die behördlichen Auflagen zu erfüllen; schließlich wurde die Anstalt auch als bremische Höhere Mädchenschule anerkannt und vom Staat subventioniert. Trotzdem gehörte sie nicht zu den renommierten Anstalten in Bremen.

Literatur und Quellen:
Schwarzwälder, Herbert in: Bremische Biographien 1912-1962, Bremen 1969.

Elisabeth Hannover-Drück