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Mitten im Malestream – Richtungsstreits in der neuen Frauenbewegung

„Mitten im Malestream“ – 1968 und die neue Frauenbewegung

Sonnabend, 26. Mai – 19 Uhr: Filmvorführung und Diskussion im City 46, Birkenstr. 1, 28195 Bremen

Unter dem Titel „Frauen wählen (sich) selbst. Vom Frauenwahlrecht zur Genderdiskussion“ präsentiert das Bremer Frauenmuseum zum 100-jährigen Bestehen des Frauenwahlrechts vier Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Bremen. 

Vor 50 Jahren begann die neue Frauenbewegung – 50 Jahre nach Erlangung des Frauenwahlrechts in Deutschland. Im Februar 1968 besuchten auf Einladung der Bremer Jungsozialisten die Filmemacherin Helke Sander und Marianne Herzog die „Lila Eule“ in Bremen. Beide Frauen hatten Anfang 1968 den Berliner Aktionsrat zur Befreiung der Frau gegründet. Bei der Veranstaltung waren weit mehr Frauen als Männer vertreten. Doch in der anschließenden Diskussion dominierten, obwohl in der Minderheit, rhetorisch die Männer. Selbst nach einem Umzug in das Naturfreundehaus, wo die Frauen in Ruhe miteinander sprechen wollten, wurde von den Männern durch das Geklapper mit Mülldeckeln gestört.

Helke Sander ist heute 80 Jahre alt und immer noch aktiv für die Rechte der Frauen. Sie ist eine angesehene feministische Filmemacherin. Ihr bekanntester Film „Redupers“, zu Deutsch „Die allseitig reduzierte Persönlichkeit“, beschäftigt sich mit der Zersplitterung des Alltags für die alleinerziehenden Frauen. Sie drehte Filme wie „Der subjekte Faktor“, „Nr.1 – Aus Berichten der Wach- und Patrouillendienste“, für den sie 1984 den Goldenen Bären erhielt, sowie „BeFreier und Befreite“, der die Massenvergewaltigungen in Deutschland während der Kriegs- und Nachkriegswochen zum Thema hat.

Szenenfoto aus dem Film „Mitten im Malestream-Richtungsstreits in der neuen Frauenbewegung“, Foto: Copyright Helke Sander

2004 drehte sie den Filmessay „Mitten im Malestream – Richtungsstreits in der neuen Frauenbewegung“. Der Dokumentarfilm zeigt Originalfoto- bzw. Filmdokumente aus der Zeit und behandelt in einer Diskussionsrunde die bis heute aktuellen Kernfragen der neuen Frauenbewegung: Mütterpolitik, Selbstverständnis von Männern als Väter, die § 218-Kampagne, der real exis­tierende Gebärstreik von Frauen, die politische Auseinandersetzung der Frauenbewegung mit den beiden christlichen Kirchen.

Im Anschluss folgt eine Publikumsdiskussion mit den Zeitzeuginnen Romina Schmitter und Louise Scherf zu dem Thema „Welches waren die Fragen der damaligen Frauenbewegung, welche Forderungen konnten umgesetzt werden und welche sind auch heute nach 50 Jahren noch aktuell?“

„Mitten im Malestream – Richtungsstreits in der neuen Frauenbewegung“

Eine Veranstaltung des Bremer Frauenmuseum e. V. in Kooperation mit dem City 46

Sonnabend, 26. Mai 2018, 19 Uhr
City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen, Telefon: 0421 / 95799290