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Granatverkäuferin – Denkmal

Bremerhaven, Bürgermeister-Smidt-Str. 9-11

Früher saß in der Haupteinkaufsstraße von Bremerhaven – der „Bürger“ eine alte Marktfrau, genannt „Mutter Matschuck“, auf einem kleinen Schemel und verkaufte aus ihrem Handwagen pfundweise Krabben, im Norden Granat genannt. Wenn es regnete, suchte sie sich ein trockenes Plätzchen unter einem Erker, wie zu Beispiel der Sparkasse. Täglich zog sie ihren kleinen Wagen vom Stadtteil Lehe an die Geeste – Entfernung etwa 10 km – um dort frischen Granat direkt vom Kutter zu kaufen und dann zurück zur Ecke Hafenstraße/Kistnerstraße, wo sie Ihren Stammplatz hatte.

Mit langen „Graaanaaat, Graaanaaat“ –Rufen warb sie für ihr Produkt.

Kinder in den 50er/60er Jahren riefen dann als Antwort:

„Smiet op de stroot.
Smiet nich so wiet,
wie heb keen tied.“

Sie war nicht die einzige Krabbenverkäuferin; bis in die 70er Jahre zogen Frauen und einige Männer mit ihren Handkarren durch die Stadt, um die frisch gefangenen Krabben zu verkaufen.

Ein Denkmal erinnert an die Granatfrauen: das 1987 von Gerhard Olbrich geschaffene Werk „Granatfrau“ (Giesser: Raguse + Voss 1988) ist das erste Frauendenkmal in Bremerhaven, das von der Städtische Sparkasse Bremerhaven gestiftet wurde. Als Vorlage diente ihm „Mutter“ Matschuck, Käthe Matschuck, verw. Ulrich (5.4.1914 – 9.12.1992).

Literatur und Quellen:
Mangels, Christian: Hafen, Hüftschwung, heiße Öfen – Geschichten und Anekdoten aus Bremerhaven, Bremen 2010, S. 64-68

Sybille Böschen