Kunst in der Knochenhauerstrasse

Pia van Nuland: A Second Moon

30. August bis 22. November 2018
Künstlerin-Gespräch in der Ausstellung:  18. Oktober 2018 – 17:00 Uhr

In dieser Ausstellung zeigt Pia van Nuland Linol- und Holzdrucke aus drei Serien: In Between Myself, Tourists und die neuesten Arbeiten von ihrem Arbeitsaufenthalt in Salt Lake City/USA. In ihren Arbeiten verbindet sie traditionelle Techniken mit modernen Inhalten. Ein wiederkehrendes Thema ist die Interaktion von Mensch und Natur.

Der Titel der Ausstellung – A SECOND MOON – ist inspiriert von Haruki Murakamis 1Q84. In diesem Roman erscheinen in einer Welt, die unserer ähnlich, aber doch ganz anders ist, zwei Monde am Nachthimmel. Jeder Mensch sieht seinen eigenen Mond erscheinen und der Blick des Künstlers kann die andere Welt zum Vorschein bringen.

Pia van Nuland: Inbetweenmyself-9, Linol-A1-16

In ihren Arbeiten konzentriert sich Pia van Nuland seit 2011 auf die traditionelle Technik des Linolschnitts. Anders als der Holzschnitt wurde der Linolschnitt erst mit der Erfindung des Linoleums während der späten industriellen Revolution bekannt. Die Verfügbarkeit von Linoleum – es wird für Bodenbeläge verwendet – , der niedrige Preis und die einfache Handhabung machten das Material für viele Künstler attraktiv. Besonders die expressionistischen Künstler der klassischen Moderne und des deutschen Bauhauses wurden mit ihren Linol- und Holzschnitten bekannt. Die Druckgrafik ist nach wie vor mit einer großen Anzahl von Künstler*innen in Ausstellungen vertreten. Durch die aktuell boomende Grafik Novel ist sie heute neben den Ausstellungen auch auf den Buchmessen präsent.

Die Künstlerin fertigt sehr kleine Linoldrucke aber auch bis zu 1,25 x 2,50 m große Formate. Sie nimmt ihre Schneidemesser und Linolplatten auf allen Reisen mit und erfasst vor Ort, so z.B. auch am Strand, die Stimmung der Umgebung. Beim Entwickeln von Bildideen neuer Linolschnitte helfen ihr Fotos, Skizzen, Farbmuster und Texturen.

Ein großer Teil ihrer Arbeit ist die Wartung der Werkzeuge, ihrer Schneidmesser, die immer optimal scharf sein müssen, damit sie genau arbeiten kann. Jeder Schnitt ist fast unwiederbringlich ein Eingriff in das Material. Dies ist ähnlich wie beim skulpturalen Arbeiten. Anders als beim Malen, nimmt man beim Linolschnitt das weg, was später weiß bleiben soll. Das erfordert ein Umdenken. Der Druck ist schon im Kopf fertig, wenn die Skizze mit einem weißen Stift auf die Linolplatte gezeichnet ist. Dann werden die Konturen ausgeschnitten. Nicht immer wird der Vorlage genau gefolgt, vieles entsteht auch noch intuitiv.

Pia van Nuland: Inbetweenmyself-6-Linol-A1-16

 

Für den Druck werden sowohl wasserbasierte Druckfarben wie Ölfarben verwendet. Verschiedene Farbtöne werden durch Überlagerung von ölbasierten Farben erzeugt. Wasserbasierte Farben geben die Möglichkeit, Farbverläufe zu erzeugen, die Oberflächen sind weniger brillant und reflektierend.

Obwohl Pia van Nuland über eine Druckerpresse verfügt, schätzt sie auch die Herstellung von Handdrucken. Diese Technik produziert Ergebnisse von großer Individualität.

Pia van Nuland studierte Kunst an der Akademie voor Kunst en Industrie (ArteZ) in Enschede/Niederlande und am Edinburgh Colleges of Art in Schottland. Seit 1999 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, Illustratorin, und Grafik-Designerin. 2016-2017 war sie Dozentin für visuelle Kommunikation an der Kunstschule Wandsbek – 2017-2018 hielt sie sich zu einem Arbeitsaufenthalt in Salt Lake City/Utah in den USA auf. Von dort verfasste sie Texte für Instagram: Nuland TexteBilder Flyer 2

Seit 1995 zeigt sie kontinuierlich ihre künstlerischen Arbeiten in Einzel- und Gemeinschaftsausstellung in Deutschland, den Niederlanden, Japan und den USA.

bfm, Anka Bolduan

Künstlerin-Gespräch in der Ausstellung:  18. Oktober 2018 – 17:00 Uhr