4.3.1932 in Bremen – 4.2.2023 in Bremen
Ursula Görsch war Komponistin und Musikpädagogin
Ursula Görsch startete ihre musikalische Laufbahn im 7. Lebensjahr mit dem Klavierunterricht. Nach dem Abitur besuchte sie in Bremen die Pädagogische Hochschule und ließ sich zur Musikpädagogin ausbilden. Unterrichtliche Tätigkeit und eine Stelle als freie Mitarbeiterin bei Radio Bremen folgten. In dieser Zeit begann Ursulas Kompositionstätigkeit und es gab erste Aufführungen. Während eines Aufenthaltes im Auslandsschuldienst in den 1960er Jahren gründete Ursula in Istanbul das erste Jugendkammerorchester der Türkei. Einflüsse des dortigen Musiklebens gingen in ihre Kompositionen ein.
Zeitlebens war Ursula Görsch eine Lernende. So nahm sie als 39jährige an der Musikhochschule Karlsruhe nochmals ein Studium auf mit dem Schwerpunkt Querflöte. In den 1970er Jahren fand sie im Bremer Gymnasium Am Barkhof bis zu dessen Auflösung 1989 eine Schule, die offen für musische Bildung war und ihr breite Entfaltung auf kompositorischem und musikpädagogischem Feld ermöglichte. In etlichen Konzerten führte sie dort mit Chören und Instrumentalgruppen u.a. eigene Kompositionen auf und setzte sich für die Anschaffung einer umfassenden Instrumentensammlung ein, die über die übliche konventionelle Ausstattung einer damaligen Schule hinausging. In diese Zeit fallen auch ihre achtjährige Tätigkeit als Vorsitzende von „Jugend musiziert“ und ein Lehrauftrag an der Universität Bremen bis 1995. Danach zog es sie noch einmal ins Ausland. Sie nahm 1997 die Gelegenheit wahr, mit ihrer Familie nach Ghana zu ziehen und dort an der Valley View University zu lehren.
Ursula Görsch verband ihre Berufung – das Komponieren – mit ihrem pädagogischen Tun. Dabei war es ihr immer wichtig, Kinder und Jugendliche musikalisch zu fördern und im Blick zu behalten, dass es vor allem für Mädchen und Frauen keine Selbstverständlichkeit war, Begabungen zu erkennen und auszuleben. Mitgliedschaften in vielen Musikverbänden belegen ihr Engagement.
Für sich selbst resümiert sie: „Wenn man durch Musik eine Spur im Leben hinterlassen möchte, ist natürlich die Musik – und in meinem Fall das Komponieren – das Wichtigste im Leben.“(1)
Werke (eine Auswahl aus 7 Jahrzehnten)
Jonathan und der Drache, Kinderoper 1966
Tierkantate für Kinderchor, 1973
Anatolische Suite, Uraufführung im Gymnasium Am Barkhof in Bremen, 1974
Konzertstück, 1988
Drei Gesänge vom Menschen, 1991
An das Leben, 1999
„Eros“, 2009
That’s my day, 2011
Fanfare für Klarinette, 2021
Wirken in Vereinen und Organisationen
Arbeitskreis Bremer Komponisten und Komponistinnen
Archiv Frau und Musik
Deutscher Komponist:innenverband
Deutscher Tonkünstlerverband
Internationaler Arbeitskreis Frau und Musik
Künstlergilde Esslingen
Landesmusikrat Bremen
Literatur und Quellen
Görsch, Ursula. In: Fuhrmann/Kraft (Hrsg.): Verlustanzeige, Bremen 1989, S. 335
HFK Bremen. Gedenkkonzert für Ursula Görsch und Harald Kruse am 26.11.202
https://www.komponist-innenverband.de/wir-gedenken-ursula-goersch/6.3.2023
WK 23.2.2023
https://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_G%C3%B6rsch
Wosnitzka, Susanne. Nachruf auf Komponistin Ursula Görsch (1932-2023), https://www.archiv-frau-musik.de/archiv/24.3.2023
Anmerkungen
- Wosnitzka, Susanne. Nachruf auf Komponistin Ursula Görsch (1932-2023), https://www.archiv-frau-musik.de/archiv/24.3.2023. Zitat aus einem Interview mit Susanne Wosnitzka.
Christiane Brunßen