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FrauenOrte

Inzwischen kennen wir viele Bremer Frauen, die in ihrem Leben, in ihrer Zeit Imponierendes geleistet haben oder ein für ihre Zeit besonderes Schicksal hatten: mit ihrem Einsatz für mehr Gerechtigkeit, soziale Verbesserungen, gleiche Rechte für Frauen, das Frauenwahlrecht, Frieden oder die Verwirklichung ihrer künstlerischen Interessen haben sie viel geleistet und oft auch geopfert. Mit ihrem Engagement – ob in politischen, sozialen, kirchlichen, pädagogischen oder künstlerischen Bereichen – haben Frauen Wege geebnet und für ein besseres Leben in den ihnen folgenden Epochen gekämpft. Viele haben dadurch eine mehr oder wenige große Berühmtheit erlangt – doch nicht darum geht es, sondern um die Würdigung dieser Leistungen und/oder Schicksale und dass sie nicht in Vergessenheit geraten.

Während die Lebenswege von über 200 Bremer Frauen in unserem Lexikon: Frauen Geschichte(n) – Biografien und FrauenOrte aus Bremen und Bremerhaven dokumentiert sind, lernten wir auch Frauen kennen, über die das Forschungsmaterial nicht ausreicht, um einen eigenen Artikel über sie zu verfassen. Ihre ebenfalls besonderen Leistungen – oft gemeinsam mit anderen – stehen hier nicht so sehr als Einzelleistung im Vordergrund, sondern als Ergebnis des Engagements: dies bezeichnen wir als FrauenOrt.

Die Forschung hierzu ist noch lange nicht abgeschlossen.

 

Bildungssenatorin schmückt sich mit fremden Federn.
Die Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper hat sich dafür eingesetzt, mehr Schulen nach Frauen zu benennen – ein Vorschlag, den das Bremer Frauenmuseum schon seit Jahren verfolgt und dazu eine Liste mit entsprechenden Namensvorschlägen erarbeitet. Diese Initiative wurde von ihr aufgriffen und dazu eine Broschüre erarbeitet, die auf das von uns zur Verfügung gestellte Material zurückgriff. Allerdings – das Bremer Frauenmuseum wurde weder bei der Presseerklärung noch in der Broschüre selbst erwähnt. Dies haben wir moniert. Ihre Antwort: es tue ihr leid, aber in der Broschüre sei kein Platz mehr für diesen Hinweis gewesen. Eine Vorgehensweise, die wir nicht akzeptieren können.

Antrag vom 13.08.2004, an den Senator für Bau und Umwelt, Gebäudetafeln an Wohnhäusern bekannter Bremerinnen anzubringen. Lehrgebäude


Rembertistift, Pröven, Gedenktafel

In diesem Haus wohnte von 1903 bis 1927 die Reformpädagogin und Frauenrechtlerin Magda Böttner. Im Jahr 2010 wurde eine Gedenktafel angebracht, auf dem Magda Böttner und Marie Mindermann gewürdigt werden.
Die Häuser 14 – 19 , heute 12. und 11 am 9.3.1973.
Im Haus Nr. 26, heute Nr. 7 wohnte von 1856 bis zu ihrem Tode Marie Mindermann zusammen mit ihrer Freundin Caroline Lacroix . Das Bild stammt aus dem Katalog zur Ausstellung „Marie Mindermann und die Revolution in Bremen“.

Das Rembertistift 2016

Fotos: Regina Contzen


Lyzeum Vietor, heute Schule an der Carl-Schurz-Straße

Diese Schule wurde 1913 von der Pädagogin Anna Vietor (1860-1929) gegründet, die zuvor an anderen Stellen in Bremen (u.a. Am Dobben 109) eine Mädchenschule gründete. Das Gebäude wurde 1912-13 nach Entwürfen der Bremer Architekten August Abbehusen und Otto Blendermann im Geist des Werkbundes in zurückhaltend klassistischem Stil erbaut. Bis 1923 unterrichtete dort auch die Lehrerin, Politikerin und Wissenschaftlerin Käthe Stricker (1878-1979). Sie war eine der ersten Deutschen Akademikerinnen, setzte sich in der DNVP für Frauenrechte ein und gehörte zu den Pionierinnen frauenrelevanter Forschung.

Foto: Regina Contzen


Hanewinkel Gang 6 im Dunkakshof

Er war 1916 Wohnort von Frau Neumann, die dort sieben von ihren 11 Kindern großzog. Der Dunkakshof gehört zu den Gängevierteln, in denen die Tabakarbeiter in der Neustadt lebten und arbeiteten.


Ottilie-Hoffman-Haus, heute Cafe Ambiénte am Osterdeich,
Gedenktafel

Das ehemalige Ottilie-Hoffman-Haus, benannt nach der Gründerin des deutschen Frauenbundes für alkoholfreie Kultur Ottilie Hoffmann. Am 2. Mai 2007 wurde am heutigen Cafe Ambiénte, dem ehemaligen Ottilie-Hoffmann-Haus durch den ehemaligen Bausenator Neumeier eine Gedächtnisplakette enthüllt. Diese war auf Initiative des Vereins Bremer Frauenmuseum und des Deutschen Frauenbundes für alkoholfreie Kultur dort angebracht worden. Das Foto stammt aus der Publikation „Komm wir gehen nach Ottilie!“ von Cecilie Eckler-von Gleich (Hrsg.), in der ausführlich die Geschichte der Ottilie-Hoffmann-Häuser geschildert wird.

Ottilie-Hoffmann-Haus 2016
Foto: Regina Contzen

Ottilie-Hoffmann-Haus 2016
Foto: Regina Contzen

 


Frauen-, Erwerbs- und Ausbildungsverein, Gedenktafel

Schulungsgebäude des Frauen-, Erwerbs- und Ausbildungsverein, 1867 von Marie Mindermann und Ottilie Hoffmann gegründet. Im Herbst 2006 wurde am Haus des Frauen- Erwerbs- und Ausbildungsvereins in der Carl-Ronning-Str. 2 eine Plakette mit folgender Aufschrift angebracht: 1951 von dem Bremer Architekten Bernhard Wessel für den Frauen-Erwerbs- und Ausbildungsverein erbaut. Das sichtbare Ziegelmauerwerk mit fein gegliederter Fassade ist charak- teristisch für die frühe Wiederaufbauphase dieses Teils der Innenstadt. Der Verein wurde 1867 von Marie Mindermann (1808-1882) und Ottilie Hoffmann (1835-1925) für die Aus- und Weiterbildung von Frauen gegründet.

www.architekturfuehrer-bremen.de
www.feav-bremen.de

Frauen-Erwerbs- und Ausbildungsverein
Fotos: Regina Contzen